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DIGITALE MITWIRKUNG – QUARTIERSENTWICKLUNG – PIONIERNUTZUNGEN 
 
 
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Wer sich mehr allgemeine Informationen über das Projekt Haus der Statistik und die Projektpartner wünscht, ist auf unserer Website gut informiert: hausderstatistik.org 
 
 
 
 
Liebe Freund:innen des Haus der Statistik,
 
in diesem Frühjahr hat sich manches anders entwickelt, als wir alle das erwartet haben. Viele Veranstaltungen, die im Rahmen der Pioniernutzungen geplant waren, mussten auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden, jedoch bot sich dadurch auch der Raum, um auf akute Bedarfe zu reagieren: Der Textilhafen der Berliner Stadtmission ist in das Erdgeschoss von Haus A gezogen und näht dort Mundmasken aus gespendeten Textilien wie Bettlaken, Bettwäsche und Hemden.
 
Auch in der Quartiersentwicklung versuchen wir das beste aus der aktuellen Situation zu machen: Die regelmäßigen Abstimmungstermine der Koop5 und der beteiligten Planerinnen und Planer, aber auch die Formate der Mitwirkung sind ins Digitale gewechselt. Dabei konnten wir feststellen, dass sich hieraus nicht nur Nachteile ergeben: durch das flexible Arbeiten von verschiedenen Orten konnten mehr Menschen an der Diskussion teilnehmen und hierdurch dem Anspruch an eine breite Mitwirkung vieler Interessierter Rechnung getragen werden.
 
Nach Wochen der strengen Kontaktreduzierung öffnet sich das Haus der Statistik nun langsam wieder: Unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygieneauflagen können beim Ko-Markt am 20. Juni Pioniernutzer:innen und weitere interessierte Menschen wieder persönlich zusammenkommen, um einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Vorhaben zu bekommen und den Frühsommer zu genießen.
 
Währenddessen geht die Arbeit im Innern des Hauses weiter - mit maximalem Abstand und guter Durchlüftung. Eine Übersicht zu den weiteren Entwicklungen, insbesondere in Bezug auf die aktuelle Planung im Rahmen der kooperativen Quartiersentwicklung, findet sich auf unserer Webseite.
 
 
 
DIGITALE MITWIRKUNG
 
Im Quartierslabor #2 am 14. Mai stellten die Planer:innen von Teleinternetcafe und Treibhaus erste Überlegungen zum Gestaltungskonzept vor. Das Gestaltungskonzept unterstützt die Übersetzung der Entwurfsidee in den Bebauungsplan. Der Städtebau legt fest, was gemacht wird, das Gestaltungskonzept legt fest wie es aussieht. Es ist ein Leitfaden für den weiteren Planungsprozess bei der Bewertung von konkreten Bauvorhaben einzelner Akteure. Zudem dient es als Grundlage für die Auslobung von weiteren Wettbewerben, konkurrierenden Verfahren und als Leitfaden für Ausschreibungen bzw. die Vergabe von Grundstücken.

Um alle Beteiligten und Interessierten trotz der Kontaktbeschränkungen zusammenzubringen, mussten wir diesmal in digitale Formate ausweichen. Das war aber gar nicht verkehrt: So konnten sich Expert:innen aus Wien (mit Berichten aus den Projekten Seestadt Aspern und Nordbahnhof) zuschalten und Pioniernutzer:innen hatten die Möglichkeit, ihre aus praktischer Erfahrung gespeisten Fragen und Anmerkungen parallel zu den verschiedenen Inputs im Chat zu äußern.
 
 
Die Ergebnisse und nächsten Schritte werden derzeit noch in weiteren Arbeitstreffen der Koop5 verdichtet. Um die im Quartierslabor entfalteten komplexen Zusammenhänge auch weiter mit der interessierten Stadtgesellschaft zu bearbeiten, planen wir derzeit eine Reihe von kürzeren Veranstaltungen zur Diskussion einzelner Fragestellungen. Diese Themenabende werden voraussichtlich ganz oder zum Teil digital stattfinden.
 
 
 
QUARTIERSENTWICKLUNG
 
 
Seit der Entscheidung für den städtebaulichen Entwurf der Planergemeinschaft Teleinternetcafe und Treibhaus im Februar 2019 hat sich viel getan. Gemeinsam mit den Planerinnen und Planern, zahlreichen Fachplanern und Fachämtern arbeitet die Koop5 seither an der Konkretisierung der Planung. Dabei werden Abstandsflächen überprüft und Lösungen für die zahlreichen technischen, baulichen und rechtlichen Anforderungen gesucht. Das Spannungsfeld bewegt sich dabei stets zwischen Flächenkonkurrenzen, Bezahlbarkeit und Sicherung von aneignungsoffenen Räumen in einem dichten urbanen Quartier. Feuerwehraufstellflächen müssen mit Spielflächen und Standorten für den Müll vereinbart werden, Regenwasserretention mit Haustechnik und sicherer Begehbarkeit einzelner Dachflächen. Das dabei tagtäglich Kompromisse eingegangen werden müssen, liegt in der Natur komplexer Vorhaben.

Als Teil der Koop5 lernen wir dabei mit den vielen auftretenden Unwägbarkeiten und Abhängigkeiten eines derart hochkomplexen Projekts umzugehen. Dennoch hat uns die Diskussion und die vielen Fragen aus der Stadtgesellschaft beim Quartierslabor deutlich gemacht, wie wichtig es gerade in einem solchen Projekt ist, Zwischenstände zu kommunizieren und Entscheidungen für eine Anpassung der Planung zu begründen.
 
 
Aktueller Stand der städtebaulichen Planung © Teleinternetcafé + Treibhaus
 
 
 Das Innehalten erlaubt auch uns zu reflektieren, wie viel bereits geschafft wurde. Hinter vermeintlich kleinen Anpassungen stecken oftmals viele Verhandlungen, Abwägungen und das geduldige Aufzeigen weiterer Varianten durch Teleinternetcafe und Treibhaus. Die Planerinnen und Planer haben verstanden, dass ihre Rolle dabei weit mehr Aufgaben als das reine Entwerfen umfasst. Sie vermitteln und handeln aus, sie übersetzen geduldig und regen an. Zwischen individuellen Interessen der einzelnen Koop-Partner und kollektiven Bedarfen der erweiterten Stadtgesellschaft schaffen sie ein robustes Gerüst, in dem die unterschiedlichen Akteure interagieren und handeln können. Auch das ist gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung, für die das Haus der Statistik modellhaft stehen möchte.

Auf diese Weise öffnen sich immer wieder neue Möglichkeitsräume, andere schließen sich. Das stellt uns vor die Herausforderung, im Rahmen der Mitwirkung der Stadtgesellschaft keine Hoffnungen zu wecken, die später wieder zerschlagen werden. Gleichzeitig ist die Mitwirkung für uns ein elementar wichtiger Bestandteil der Quartiersentwicklung, da sie den Prozess immer wieder mit begründeten, konstruktiven Fragen, Vorschlägen und Forderungen aus der Stadtgesellschaft bereichert.
 
Für einen tieferen Einblick in die aktuelle Planung haben wir unserer Webseite aktualisiert und werden auch zukünftig regelmäßig über Zwischenstände der Planung berichten.
 
 
 
Pioniernutzungen
 
Die Pioniernutzungen erwachen am Haus der Statistik langsam wieder aus der Corona-bedingten Pause.

Zwar haben auch wir in den letzten Wochen auf Veranstaltungen vor Ort verzichtet, dennoch konnten einige Gruppen aus dem Bereich Bildung & Soziales ihre Projekte am Haus der Statistik weiterführen und ausbauen. In Haus A hat der Textilhafen der Berliner Stadtmission eine provisorische Nähwerkstatt eingerichtet, in der Mund-Nase-Bedeckungen und Hygieneartikel aus gespendeten Textilien genäht werden. Die Sozialgenossenschaft Karuna e.V. hat zusammen mit Save the Children in Haus D ein Hilfsprogramm für Berliner Straßenjugendliche koordiniert. Wir freuen uns, dass die Pioniernutzungen am Haus der Statistik auch in Krisenzeiten weiter bestehen blieben und ihre solidarischen und auf Gemeinschaft basierenden Grundwerte unter Beweis stellen konnten!
 
 
Nähwerkstatt in Haus A © Textilhafen der Berliner Stadtmission
 
 
Auch baulich hat sich einiges getan: Wir arbeiten weiter an der Öffnung von Haus B und C, dürfen aber bereits heute die Eröffnung von Haus E ankündigen! In dem Flachbau ist in den letzten Monaten das Haus der Materialisierung zum Leben erwacht – ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen rund um eine ökologische Materialwirtschaft. Am nächsten KO-Markt, der am Samstag, den 20. Juni stattfinden wird, könnt ihr mehr über das Haus der Materialisierung erfahren und auf die beteiligten Akteure treffen – u.a. MaterialMafia, Kunststoffe, Baufachfrauen, Mitkunstzentrale, Cosum, Schlesiche 27, Freifunk, Frickeln Kollektiv und Murks? Nein Danke.

Apropos Veranstaltung – im Juni steigt nicht nur die Temperatur, sondern vorläufig auch wieder die erlaubte Besucherzahl für Veranstaltungen im Freien. Unter eingehaltenen Hygienemaßnahmen probt nun wieder der Chor der Statistik, dieses Jahr in der Wüste zwischen Haus D und E. Im Werkhof haben die SunSeekers e.V. wieder ihre Gartenarbeit aufgenommen, neu hinzugekommen ist dort auch der Schiffscontainer von der Jugendsozialeinrichtung JARA, der vorher auf dem Alexanderplatz stand. Im Autoscooter wird derzeit das Theaterstück Der Koffer von der Dramatischen Republik aufgeführt und ab dem 07. Juni gibt es es Musik und Tanz aus Westafrika mit dem Projekt Café Bamako.

Wir freuen uns auf euren Besuch und ein gemeinsames Gestalten dieser außergewöhnlichen Zeiten!
 
 
 
 
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