Mitwirkung: Erdgeschosse – Pioniernutzung – Veranstaltungen

HEUTE IM NEWSLETTER:
QUARTIERSENTWICKLUNG – MITWIRKUNG – PIONIERNUTZUNGEN – NACHBARSCHAFTSHILFE –                RÜCKBLICK – PRESSESPIEGEL
 
 
Neu hier?
Wer sich mehr allgemeine Informationen über das Projekt Haus der Statistik und die Projektpartner wünscht, ist auf unserer Website gut informiert: hausderstatistik.org 
 
 
 
 
Liebe Freund:innen des Haus der Statistik,
 
nach einigen Wochen ohne Veranstaltungen und einer ziemlich leeren WERKSTATT öffnet sich das Areal langsam wieder. Die WERKSTATT ist unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zugänglich. Mittels digitaler Formate der Mitwirkung und vielleicht bald auch mit Veranstaltungen im Außenbereich wird das Haus der Statistik Schritt für Schritt wieder zu einem lebendigen, öffentlichen Ort.
 
Bis es soweit ist, öffnen wir das Haus der Statistik kurzfristig für soziale Nutzungen, die auf die aktuelle Krise reagieren. In Haus A startet eine Produktion von Alltagsmasken für Bedürftige, in Haus D entsteht eine Station zur Verteilung lebensnotwendiger Güter.
 
Daran wird deutlich, wie wichtig prozessuale Planung gerade in Zeiten wie diesen ist. Der Ideenreichtum der Pioniernutzer:innen und die Perspektivenvielfalt innerhalb der Koop5 helfen, einen produktiven Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen zu finden.
 
 
 
Quartiersentwicklung 
 
Trotz Corona geht die Quartiersentwicklung rund um das Haus der Statistik weiter. Die Arbeits- und die Steuerungsrunde der Koop5 trifft sich derzeit digital. Ein wichtiger Schritt für das Modellprojekt wird bald getan: Die mittlerweile dritte Finanzierungsvereinbarung ist bereit zur Unterzeichnung. Der weiteren Zusammenarbeit der Koop5 wird auf diese Weise für die kommenden zwei Jahren ein Rahmen gesetzt, um gemeinsam die Entwicklung des Quartiers voranzutreiben.
 
Die Planungsteams von Teleinternetcafé und Treibhaus vertiefen ihren städtebaulichen Entwurf und unterstützen den Bezirk bei der Erarbeitung des Bebauungsplans. Ergänzend wird zudem ein Gestaltungskonzept entwickelt, um die städtebaulichen Qualitäten langfristig trotz der Akteursvielfalt und unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Entwicklung zu sichern. Hierzu richten wir am 14. Mai das zweite Quartierslabor aus (siehe unten).
 
Die einzelnen Kooperationspartner treiben die Planung ihrer Bausteine voran. Dabei versuchen wir, Lösungen zu finden, die von allen Beteiligten getragen werden können. Konkurrenzen zwischen nutzbaren Freiflächen, geforderten Stellplätzen, Bedarfen für Technik, Regenwasserretention und Photovoltaik stellen die Koop5 immer wieder vor Herausforderungen, die dadurch notwendigen Anpassungen der Planung bergen aber auch das Potenzial für Verbesserungen.
 
Auch wir arbeiten an der Weiterentwicklung der Bausteine, die das Programm der Initiative Haus der Statistik beherbergen sollen. Hierzu werden seit einiger Zeit auch Gespräche mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenSW) geführt, wie die kooperative Entwicklung zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung für zivilgesellschaftliche Akteure wie die ZUsammenKUNFT Berlin eG – und andere Initiativen in der Stadt – honoriert werden kann. Bisher stehen Vergaberichtlinien im Weg, so dass die Quartiersentwicklung kreativ über die Mitwirkungsformate querfinanziert werden muss. Das reicht für die Aufgaben der weiteren Entwicklung bei weitem nicht und kann nicht modellhaft sein. Unser Anspruch bleibt es also, ein modellhaftes Vorgehen zu entwickeln, das auch auf andere Initiativen übertragen werden kann. Nur so können zukünftig langfristig bezahlbare und vielfältige Orte gemeinsam durch Zivilgesellschaft und öffentliche Hand geschaffen werden.
 
Eine Möglichkeit ist das Bedarfsträgermodell. Dabei wird SenSW Bedarfsträger, ZKB Stellvertreter/Treuhänder für die Nutzer. Im Rahmen der Bedarfsermittlung erstellt die ZKB ein Konzept und planerische Vorüberlegungen, so dass die geplanten Aktivitäten in den Räumen durchgeführt werden können. Dafür bilden die bisherigen Gespräche, Diskussionen und Arbeiten in der WERKSTATT eine entscheidende Grundlage.
 
Die Pioniernutzungen leisten mit ihren räumlichen und organisatorischen Experimenten und Erfahrungen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zu dieser kooperativen Quartiersentwicklung. Hier gilt es, die Pioniernutzungen noch stärker in die Quartiersentwicklung einzubinden. Dazu gehört, die Erkenntnisse aus der Pioniernutzung in die Bedarfsplanung zu übersetzen und eine verbindliche Fortführung der Pioniernutzungen auch in der Bau-Phase zu ermöglichen.
 
In der nächsten Zeit wird zudem zu klären sein, wie die Planung der einzelnen Bausteine und des gesamten Quartiers in einer gemeinsamen Charta verpflichtend gesichert werden können. Diese Charta soll ebenfalls dazu dienen, den Geist des Modellprojekts in der Phase der späteren Nutzung mit Leben zu füllen.
 
 
 
Mitwirkung 
 
copyright: Teleinternetcafé + Treibhaus
 
 
Um ko-produktiv Lösungen für bestehende Herausforderungen zu finden, ist die kontinuierliche Mitwirkung der interessierten Stadtgesellschaft und der Austausch mit Fachleuten wichtig. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit den Koop5 an digitalen Formaten der Mitwirkung. Zum Auftakt wird am 14. Mai ein virtuelles Quartierslabor #2 zum Gestaltungskonzept stattfinden.
 
Die Koop5 möchte die Kooperation auch bis in die spätere Nutzung fortsetzen, gleichzeitig wird die weitere Planung und Bautätigkeit unterschiedliche Geschwindigkeiten und Schwerpunkte der einzelnen Vorhaben mit sich ziehen. Es gilt also, angesichts der vielfältigen Akteure ganzheitliche Qualitäten und Ansprüche an den späteren Aufenthalt im Quartier zu sichern. Zu diesem Zweck werden übergeordnete Gestaltungsprinzipien (z.B. Freiraum-System, Raumkanten und Erdgeschoss-Zonen) und spezifische Gestaltungsprinzipien (z.B. Stadtzimmer, Kieznischen und Plätze) gemeinsam formuliert.
 
Ebenfalls soll das Gestaltungskonzept Aussagen über das schrittweise Nutzungs- und Entwicklungskonzept treffen. So soll das Quartier trotz weiterer Baustellen bis 2029 bereits ab dem Einzug der ersten Verwaltungs-Mitarbeitenden im Jahr 2023 funktionieren und zum Aufenthalt einladen. Über die Zeit entstehen dann weitere Gebäude, Orte und Nischen – ganz im Sinne der bisherigen prozesshaften Entwicklung des Quartiers.
 
Im Quartierslabor werden die Planer von teleinternetcafe und Treibhaus erste Überlegungen zum Gestaltungskonzept vorstellen. Anhand von Schwerpunktthemen wird dieses in der gemeinsamen Diskussion weiter geschärft. Wie immer kommen im Quartierslabor Koop5, teleinternetcafe und Treibhaus, Fachleute und die interessierte Stadtgesellschaft zusammen. Diesmal sind wir besonders gespannt, wie sich die Kooperation im Cyberspace gestalten wird.
 
Weil wir gerade noch dabei sind, die nötigen Bedingungen zu schaffen, sei hier erstmal nur soviel verraten: Interessierte melden sich unter werkstatt@hausderstatistik.org an und erhalten per Email alle weiteren Informationen zum Ablauf der Veranstaltung.
 
Die Dokumentationen der vergangenen Mitwirkungsformate sind übrigens hier zu finden.
 
 
 
Pioniernutzungen
 
copyright: Karuna eG
 
 
Während die öffentlichen Veranstaltungen im April leider ausfallen mussten, hat sich hinter den Kulissen eine Menge getan. Um einen Leerstand der Veranstaltungsflächen zu vermeiden und einem erneuten Dornröschenschlaf des Haus der Statistik vorzubeugen, öffnen wir die Räume für soziale Nutzungen:
 
In Haus A startet eine Mundmasken-Produktion als ein Projekt des TEXTILHAFENs der Berliner Stadtmission im Zusammenhang mit #nothilfeberlin und #circulartextilemission. Neben der Verteilung der Mundmasken an Bedürftige steht hier auch das Stärken textiler, regionaler Kreisläufe im Fokus.
 
In Haus D richtet Karuna Taskforce eine Station zur Verteilung lebensnotwendiger Güter ein. Um während #stayathome auch denen zu helfen, die kein Zuhause haben, schwärmt die Karuna Taskforce aktuell täglich mit Lastenrädern aus, um das Überlebenswichtigste zu bringen: Wasser, Essen, Nachrichten und Seife.
 
Seit heute steht endlich auch der Container des JugendAktionsRaums Alexanderplatz (JARA) auf dem Werkhof und bietet jungen Menschen zwischen 14 und 27 wieder einen offenen Treffpunkt zum Abhängen, Spielen und Quatschen.
 
Außerdem arbeitet die Künstlerinitiative 12 Leben im Mai in der Pförtnerloge vom Haus D und präsentiert Skulpturen und interaktive und diskursive Formate. Es werden Wasserkefir und Kombucha-Getränke angeboten. Öffnungszeiten und Veranstaltungen werden auf der Website solon.io/Leben bekanntgegeben.

Der Gebäudeteil C wird derzeit instand gesetzt, der Garten zwischen den Häusern D und E hat neue Erde bekommen und für das Haus der Materialisierung liegt seit April endlich die Baugenehmigung vor. Seit dieser Woche wird es in Betrieb genommen - wir freuen uns auf ganz viel Material und dessen Tausch, Aufbereitung, Umnutzung! Solange keine große Eröffnungs-Sause steigen kann, feiern wir das Erreichen dieses Meilensteins dezentral und individuell...
 
Eine Übersicht über alle (derzeit mehr oder weniger) aktiven Pioniernutzungen findet sich hier.
 
Zur Orientierung anbei ein Übersichtplan:
 
 
 
Nachbarschaftshilfe
 
Die neu gegründete Stelle für Engagement in Mitte sammelt die Hilfsbedarfe von Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können und die Angebote von Menschen, die ihre Hilfe anbieten können.
Zu den Hilfemöglichkeiten zählen unter anderem Apothekengänge, Dolmetschen, Einkaufen, Fahrdienste, Telefonischer Besuchsdienst und das Kümmern um ein Tier. Von Montag bis Freitag ist die Hotline unter Tel.: (030) 48620944 von 10.00 – 14.00 Uhr und dienstags von 10.00 – 18.00 Uhr oder online erreichbar.
 
Das Bezirksamt Berlin-Mitte sammelt hier weitere Hinweise rund um das Thema.
 
Außerdem haben sich in Berlin verschiedene Hilfsnetzwerke für die Nachbarschaft gegründet, um sich gegenseitig zu unterstützen. Für die Bezirke gibt es Telegram-Gruppen dazu. Diese Gruppen sind für die Organisierung von gegenseitiger Hilfe gedacht. Hier ein Link zur Gruppe für den Bezirk Mitte.
 
 
 
Rückblick
 
copyright: ZusammenStelle
 
 
Nicht alle Veranstaltungen im April sind ausgefallen. So gab es zum Beispiel ein erstes Experiment mit digitalen Mitwirkungs-Formaten und eine Pressekonferenz vor Ort.
 
Am 16. April war das Haus der Statistik zu Gast bei der Funk-Stelle, dem physisch distanzierten Format der ZusammenStelle. Als Videokonferenz ist die FunkStelle ein Hybrid zwischen Radio und Plattform zum Austausch. Der Fokus liegt auf der Organisation des Akteursnetzwerks der gemeinwohlorientierten, kooperative Stadtentwicklung. Wie gehen die Projekte mit den neuen Herausforderungen um? Welche Chancen ergeben sich daraus für die Vernetzungsarbeit?
 
Am 30. April war der Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel zu Gast in der WERKSTATT Haus der Statistik. Save the Children Deutschland und KARUNA stellten ein gemeinsames Hilfsprogramm für Straßenjugendliche in Berlin vor. Herzstück des Projekts ist die neu gegründete YOUTH FORCE: Ehemalige Straßenkinder bilden zusammen mit Spezialist*innen der Traumapädagogik und Sozialpädagog*innen Teams, um den obdachlosen Jugendlichen in ihrem Alltag zu helfen und sie vor einer Ansteckung, weiterer sozialer Isolation sowie Missbrauch zu schützen.
 
Weitere Informationen zu aktuellen Veranstaltungen findet ihr auf unserer Website.
 
 
 
Pressespiegel
 
Das Haus der Statistik ist nun auch im Radio zu hören: In der Morgenandacht im Deutschlandfunk vom 21.04.2020.
 
Das Fachpublikum kann sich zudem folgende aktuelle Publikation bestellen oder baldmöglichst in einer gut sortierten Bibliothek nachschlagen:
 
Christian Schöningh: Genossenschaften für Stadtentwicklung – Reaktivierung Haus der Statistik, in: PLANERIN 1/2020: Genossenschaften | gemeinwohlorientiert und raumwirksam
 
 
 
 
ZUsammenKUNFT Berlin eG
WERKSTATT Haus der Statistik
Karl-Marx-Allee 1
10178 Berlin
Facebook
Instagram
 
 
Diese E-Mail wurde an versandt.
 
Sie haben diese E-Mail erhalten, weil Sie sich auf hausderstatistik.org angemeldet oder per Hand in unsere Liste eingetragen haben. Falls das ein Versehen war oder Sie Ihre Meinung geändert haben, können Sie sich mit dem folgenden Link wieder abmelden:
 
 
 
© 2020 ZUsammenKUNFT eG
 
 
Diese E-Mail wurde an versandt.
Sie haben diese E-Mail erhalten, weil Sie sich auf ZUsammenKUNFT eG angemeldet haben.
 
 
Sendinblue