Lamborghini-Team von Kris Richard in Paul Ricard nach 36 Minuten wegtorpediert – auf Platz 16…
 
                                                                                                                                                 Browseransicht
 
 
 
Liebe/r 
 
Lamborghini-Team von Kris Richard in Paul Ricard
nach 36 Minuten wegtorpediert – auf Platz 16…
 
 
Alle Bilder in hoher Auflösung: hier
 
 
Nullnummer bei der Endurance Cup-Generalprobe für die 24 Stunden von Spa-Francorchamps: Das Lamborghini-Trio Kris Richard, Nicolas Pohler und Fabrizio Crestani mussten am Samstag beim 6h-Rennen der Blancpain GT Series auf dem Circuit Paul Ricard schon nach 36 Minuten die Segel streichen. Von Startplatz 30 in den 1000-Kilometer-Sprint gestartet, wurde Starter Crestani Opfer einer Karambolage. Besonders ärgerlich: Der Lambo #27 von Daiko Lazarus Racing war bis zum Zeitpunkt des Ausfalls schnell wie eine Rakete. Crestani lag nämlich bereits nach wenigen Runden auf Position 16, ehe er unverschuldet ins Aus torpediert wurde.
 
 
 
 
Die 6 Stunden von Paul Ricard sind jeweils die Generalprobe für das Saisonhighlight des Jahres: Die Total 24 Hours von Spa-Francorchamps. Am 26./27. Juli steigt in den belgischen Ardennenwäldern der Langstrecken-Klassiker 2019. Entsprechend werden in Le Castellet jeweils nicht 3 sondern 6 Stunden gefahren – oder 1'000 Kilometer. Der Start war auf 18 Uhr angesetzt, Rennschluss war zur Geisterstunde – also kurz nach Mitternacht. Doch da war Daiko Lazarus Racing mit dem Piloten-Trio Kris Richard, Nicolas Pohler und Fabrizio Crestani längst nicht mehr dabei: Von Platz 30 ins Rennen gestartet, wurde Crestani im Lamborghini #27 bereits nach 36 Minuten Opfer eines Crashs: Ein Audi-Kontrahent verlor die Kontrolle über sein GT3-Geschoss, berührte dabei einen Lamborghini und riss schliesslich quer über die Piste fliegend Crestani von der Bahn – der Italiener hatte keine Chance. Der Italiener schleppte Car #27 dann noch bis in die Box – doch der Schaden war zu gross: Kaputte Stossstange, defekte Bremsbelüftung plus Karbonsplitter-Abrisse im Unterboden sowie weitere kleine Schäden liessen ein Weiterfahren nicht zu. Feierabend.

Kris Richard ohne eine Rennrunde…
Mit der dritten Nullnummer in Serie sitzt der Frust bei Daiko Lazarus natürlich tief. In Monza erwischte es den Thuner Kris Richard: Abflug im Freien Training – Koffer packen schon vor dem Rennen. In Silverstone traf es Nicolas Pohler: Bei einer Kollision fiel er von Platz 19 auf 40 zurück – am Schluss reichte es nur für Rang 32. Und jetzt hat es in Le Castellet auch den erfahrenen Fabrizio Crestani erwischt – trotz guter Pace. Kris Richard kam so nicht mal zum fahren. Der 24-jährige Junior-Driver von R-Motorsport hätte den Lazarus-Lambo in Stint 2 pilotieren sollen. «Ja, das ist alles ganz, ganz bitter. Ich hatte ein gutes Training und in der Qualifikation war ich der schnellste unseres Trios. Hätte Nicolas Pohler bei der Zeitenjagd nicht soviel Verkehr gehabt, wären wir vermutich sogar aus den Top-20 ins Rennen gestartet. Da war alles sehr, sehr eng – es ging um wenige Hundertstel.» Positiv ausgewirkt hat sich auch das EVO-Update am Lamborghini. Kris Richard: «Ja, das fühlte sich gut an. Ich kam damit ziemlich gut klar und fühlte mich im Rennwagen sichtlich wohler als zuletzt in Monza und Silverstone. Das Auto ist mit Update weniger spitz, fährt sich geschmeidiger und ist damit auch berechenbarer», so Kris Richard. Um aber ein noch besseres Set-up hinzubekommen, hätte das Team zusätzliche Trainingsrunden benötigt. Und die waren in Paul Ricard Mangelware. Die Zeit für Experimente war zu knapp.
 
 
 
 
Blitzstarter Crestani liess hoffen…
Am Samstag abend war in Paul Ricard alles angerichtet für ein Blancpain-Spektakel: Wolkenloser Himmel, 23 Grad, Tracktemperatur 29,7 Grad. Beim Fliegenden Start war Lazarus-Pilot Crestani einmal mehr überragend – und überholte die Gegner gleich reihenweise. In der ersten Safety Car-Phase lag der Italiener bereits auf Platz 16. Als das Rennen wieder freigegeben wurde, dann der Zwischenfall – und das bittere Aus. «Ja, da wäre noch einiges möglich gewesen», so ein enttäuschter Kris Richard kurz nach dem Ende. «Fabrizio war richtig schnell unterwegs – unser Lamborghini war wirklich perfekt.» Leider konnte das Trio der Silver-Cup-Wertung das Potenzial nicht ausspielen. Kris Richard: «Crestani hatte beim Unfall nach nur 36 Rennminuten keine Chance. Wenn der Gegner quer über die Piste schiesst, ist das wie Auto-Scooter – da bist du kurz nur noch Passagier.» S.O.S. heisst das in der Rennfahrersprache: Sieg oder Sturz. Bei Crestani war es letzteres – und damit war Feierabend für die Italo-Truppe. Und das in einem Rennen, welches bis Mitternacht noch viel Dramatik und Spannung lieferte. Neben zahlreichen Unfällen, Gelbphasen und Safety Car-Einsätzen schenkten sich die Piloten über die gesamte Distanz nichts. Oder Rennaction pur – über 1'000 Kilometer. Einen kleinen Trost gab es für Kris Richard aber dennoch: Das Team R-Motorsport (Aston Martin St. Gallen), bei welchem der Thuner in diesem Jahr als Junior-Driver unter Vertrag steht, verbuchte mit Platz 4 ein Top-Resultat. Bis kurz vor Ende des Rennens lagen die Ostschweizer aus Niederwil mit dem Piloten-Trio Marvin Kirchhöfer, Jake Dennis und Alex Lynn im Aston Martin Vantage sogar auf Podiumskurs. Am Schluss fehlte nur wenig fürs Podest. Und auch der zweite Aston Martin Vantage mit Maxime Martin, Matthieu Vaxiviere und Matt Parry war flott unterwegs: Schlussrang 10. Das Schwestertrio im Wagen #62 war lange Zeit ebenfalls siegverdächtig – zwei fast gleichzeitige Durchfahrtsstrafen vereitelten dann aber einen möglichen Podiums-Traum…
 
 
 
 
Jetzt Pause, dann ab nach Spa…
Fakt ist: Die Blancpain GT Series ist eine brutal umkämpfte Serie. Monza, Silverstone und jetzt Paul Ricard – da war alles extrem eng und umkämpft. Wenn 147 Asphalt-Cowboys in 49 Boliden von 11 Herstellern ausreissen, ist ein harter Kampf garantiert. Und bei Top-Speed-Messungen nahe von 290km/h sind das auch für Kris Richard andere Dimensionen als in den Jahren zuvor in den Tourenwagen-Serien: «Das stimmt. Das Auto in dieser Liga am Limit zu bewegen ist tatsächlich hohe Schule. Entsprechend wäre ich natürlich um jeden Rennkilometer froh», so der 24-jährige. In Monza und jetzt in Paul Ricard kam er gar nicht zum fahren, nur in Silverstone konnte der Thuner eine Stunde ran – das ist natürlich zu wenig. «That’s Racing. Ich kann es nicht ändern und richte den BLick jetzt auf Spa. Das wird eine gewaltige Herausforderung: Für Team, Auto und Piloten. 24 Stunden unterwegs – das wird dann schon richtig heftig. Hoffen wir mal, dass uns Göttin Fortuna in Belgien etwas mehr Glück schenkt als in den drei Rennen zuvor», so Kris Richard. «Aber Hoffnung ist im Motorsport natürlich kein Rezept – wer hier hoff, verliert», lacht und blickt nun nach vorne. Am 24. Juni stehen für ihn noch High-End-Simulatoren-Tests explizit für Spa auf dem Programm – inkl. Ingenieur und Auswertung. Am 2. und 3. Juli testet dann die Blancpain GT Series für zwei Tage in Spa – im Hinblick auf das 24-Stunden-Rennen. «Ich hoffe, ich komme da viel zum fahren, um möglichst optimal vorbereitet zu sein», so Kris Richard. Daiko Lazarus Racing wird da zwei Tage Gelegenheit haben, auch in Sachen EVO-Update noch einen Zacken zuzulegen.

 
 
 
 
 
Jetzt noch zwei Rennen…
Nach dem 6-Stunden-Kracher in Paul Ricard sind 60 Prozent der diesjährigen Blancpain GT Series gefahren: Nach Spa-Francorchamps steht mit Barcelona am 29. September bereits das Saisonfinale auf dem Programm. «Fünf Rennen sind wenig, das ist so. Umso mehr zählt jedes Rennen. Punktemässig sieht es für uns sicher nicht gut aus – aber wir geben nicht auf. Irgendwann passt es zusammen – und dann ist ein Exploit möglich», so Kris Richard. Sagt’s und steigt vom GT3-Renner um in den Strassen-Hyundai powered by Garage Kröpfli Faulensee – für die 700km-Taxifahrt via Aix-en-Provence – Orange – Genf zurück nach Thun. Dann natürlich mit Zielflagge…

TEXT: Marco Oswald/TEXTCUBE
Fotos: Photo 4 (Agentur), R-Motorsport, Daiko Lazarus Racing, Kris Richard, zvg
Copyright: Kris Richard/2019
 
 
Kris Richard
kris@krisrichard.ch
Facebook
Instagram
YouTube
 
 
Diese E-Mail wurde an {EMAIL} versandt.
 
Gesendet von
SendinBlue
 
 
© 2018 KR94
 
 
Sponsored by: