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["Stiftung Asienhaus"]
 
philippinen aktuell 03/20
 
Neues aus dem philippinenbüro
 
 
philippinenbüro e.V. und Corona
Auch das philippinenbüro und das Aktionsbündnis Menschenrechte - Philippinen (AMP) sind von den Herausforderungen durch das Corona-Virus betroffen. Unser Büro ist nicht mehr durchgehend besetzt – unsere Arbeit geht aber weiter. Wir haben auf mobiles Arbeiten umgestellt und arbeiten derzeit möglichst im Homeoffice. Zu unseren üblichen Arbeitszeiten sind wir via Email erreichbar.
Viele unserer Veranstaltungen (die noch im letzten Newsletter angekündigt wurden) sind abgesagt oder verlegt worden, auf unserer Homepage finden sich aktuelle Veranstaltungsinformationen. Hier gibt´s weitere Infos!
 
Wir wünschen allen Leser*innen schöne Ostern und bleiben Sie gesund!
 
 
Ayuda - Hilfe durch Aktion
Spenden für die Corona-Krise in den Philippinen

Der Krieg 2017 zwischen Abu Sayyaf und der philippinischen Armee hat dazu geführt, dass die Stadt Marawi nahezu komplett zerstört und 98 Prozent der Bevölkerung vertrieben wurden. Viele der Vertriebenen harren weiterhin in überfüllten Evakuierungslagern aus, wobei ein hohes Risiko einer Corona-Virusinfektion besteht. Am 4. April gab es im Hauptkrankenhaus Amai Pakpak Medical Center (APMC) sieben bestätigte COVID-19-Fälle, von denen vier starben. In Lanao del Sur werden 29 Personen untersucht und Hunderte weitere werden als COVID-Verdachtsfälle überwacht. Das Krankenhaus hat um Hilfe für 100 persönliche Sets an Schutzausrüstung (N95-Maske, Operationskittel, Schuhüberzug), Chemikalienschutzanzüge (30 St. L, 50 St. XL, 20 St. XXL) und Beatmungsgeräte gebeten. Andere marginalisierte Gruppen auf den Philippinen sind von der Corona-Krise in ihrem Alltag ganz besonders schwer getroffen: Frauen, die Opfer von Sexhandel und extralegalen Tötungen sind sowie Indigene Gemeinschaften. Mehr Infos dazu hier!

Die Philippine Studies Series Berlin, PhilNetz e.V. Philippinisches Diaspora Netzwerk, philippinenbüro e.V., TIPON sowie Babaylan Germany - The Philippine Women's Network in Europe haben sich nun zusammengetan um zu Spenden für die Corona-Krise auf den Philippinen aufzurufen.

Die Spenden sollen
1) der Bereitstellung für persönliche Schutzausrüstung (PSA; PPE auf Englisch) im Amai Pakpak Medical Center in Marawi City dienen;
2) der Beschaffung von Lebensmitteln und Hygieneartikel durch die Gruppen Coalition against Trafficking in Women - Asia Pacific (CATW-AP) und KATRIBU, Bai Indigenous Women's Network, Sandugo Movement of Moro and Indigenous Peoples for Self-determination besonders marginalisierten Gruppen zugutekommen.

Geplant sind bis zum 20. April 4.000 € an Spenden zu sammeln:
• schon 30 € können eine sechsköpfige Familie für 2 Wochen ernähren und mit Hygienekits versorgen.
• 30 € können auch eine Person mit einem kompletten PSA-Set (Maske, Umhang und Schuhbezug) im Krankenhaus ausstatten.
• Aber am wichtigsten: Jeder Beitrag wird es am Ende möglich machen!
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WIE KANN ICH SPENDEN?
Bitte senden Sie Ihre Spende an:
Kontoinhaber*in: Philnetz e.V.
IBAN: DE55 3804 0007 0111 0956 00
BIC: COBADEFFXXX
Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung folgenden Verwendungszweck an: Ayuda Spende. Wenn Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihre E-Mail-Adresse hinzu, schickt PhilNetz Ihnen eine Quittung Ihrer Spende zu.
 
 
 
Termine und Veranstaltungen zu den Philippinen

28. - 30. August 2020 | Berlin | Jahresseminar philippinenbüro e.V.
SAVE THE DATE Das diesjährige Jahresseminar findet in Berlin statt. Infos folgen bald auf unserer Homepage!
 
15. November 2020 | Köln | 8. Asientag
In der „entwicklungspolitischen“ Arbeit zu Asien stehen Menschenrechte, ein solidarisches Miteinander und Dialog im Vordergrund, soweit der Anspruch. Doch werden wir diesem Anspruch im Dialog mit Asien zu stehen gerecht? Auf dem 8. Asientag wollen wir zu einem kritischen Blick auf die eigene "entwicklungspolitische" Position einladen, um eurozentrische Perspektiven aufzubrechen und Machtverhältnisse zu reflektieren. Mehr Infos dazu hier!
 
Blickwechsel
 
Der Blickwechsel "Philippinen: Klimagerechtigkeit braucht Menschenrechte" von Astrud Lea Beringer widmet sich den Folgen des Katastrophen Kapitalismus nach dem Taifun Yolanda und seinen Auswirkungen auf die Insel Sicugon. Hier geht´s zum Blickwechsel!
 
Der Blickwechsel "A Popular Strongman Gains More Power" von Joseph Purugganan (Focus on the Global South) analysiert das Ergebnis der philippinischen Zwischenwahlen 2019 im Hinblick auf die Parteien- und Kandidat*innenentwicklung in den Philippinen. Hier gehts zum Blickwechsel!
Asia First! Autoritarismen und das Ringen um Demokratie
 
In vielen Ländern Asiens ist der Autoritarismus auf dem Vormarsch. Der Spielraum progressiver Akteur*innen aus Politik und Zivilgesellschaft wird wieder eingeengt. Doch viele nehmen die autoritäre Politik nicht einfach hin und organisieren Widerstand: Gewerkschaften, Umweltschützer*innen, soziale Bewegungen, Menschenrechtsverteidiger*innen,  Minderheiten und Oppositionelle, die sich mutig für den Ausbau und die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Standards engagieren, stehen in dieser Broschüre vor allem im Fokus.
Gewalt gegen Frauen: weltweit bekämpft und doch alltäglich – Politische Handlungsoptionen
 
Der 25. November ist der »Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen«. Das Bündnis Internationale Advocacy Netzwerke (IAN), in dem das Aktionsbündnis Menschenrechte – Philippinen (AMP) und die Stiftung Asienhaus engagiert sind, zeigt in einem aktuellen Dossier die unterschiedlichen Ebenen von Gewalt gegen Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika auf.
Menschenrechte in den Philippinen unter Duterte
 
AMP Menschenrechtsbericht 2019
Das Aktionsbündnis Menschenrechte - Philippinen zieht im neu erschienenen Menschenrechtsbericht Bilanz über die bisherige Amtszeit Präsident Rodrigo Dutertes. Die Befürchtungen über neue Formen von Menschenrechtsverletzungen haben sich seit seinem Amtsantritt 2016 bestätigt.
Handbuch Philippinen
 
Das zivilgesellschaftliche Standardwerk von Rainer Werning und Jörg Schwieger (Hrsg.) skizziert umfassend die Lebenswelten und politischen Konflikte in den Philippinen und liefert überdies zu sämtlichen Themen Hinweise zur vertiefenden Lektüre. Das Handbuch wurde vom philippinenbüro in Kooperation mit dem regioSPEKTRA Verlag veröffentlicht.
 
Das Handbuch Philippinen ist für 24,90€ (Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands) erhältlich und kann ab sofort im Asienhaus bestellt werden.
 
Neues aus der südostasien
 
SOA 1/2020: „What do we want? Climate justice!“
Südostasien ist mit langen Küstenlinien und bevölkerungsreichen Städten in niedrigen Lagen bereits jetzt stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Waldbrände, Überschwemmungen, Dürreperioden und Ernteausfälle nehmen zu. Die Artenvielfalt schwindet. All das wirkt sich dramatisch auf die Lebensbedingungen der Menschen und auf landwirtschaftliche Erträge aus. Weitere Artikel zum Thema Klimawandel in Südostasien folgen in den nächsten Wochen. In der neuen Ausgabe rezensiert Robin Weber-Höller das Handbuch Philippinen als "wahren Wissensschatz", Bobby M. Tuazon stellt den Interviewband „Ein Leben im Widerstand“ vor.
Hier gehts zur gesamten Ausgabe: „What do we want? Climate justice!“
 
Call for Papers südostasien 2/2020: Essen und Trinken
Das Thema Nahrung wirft Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Verteilung auf. Ernährung ist nicht nur eine Frage der persönlichen Präferenzen, sondern vor allem der politischen und ökonomischen Realitäten. Während die Nachfrage nach Lebensmittel in Südostasien mit wachsender Bevölkerung und neuen Essgewohnheiten steigt, müssen politische Entscheidungsträger*innen Ernährungssicherheit gewährleisten. Hier gehts zum Call for Papers!
 
Mitmachen in der südostasien! Wir suchen aktive Unterstützer*innen bei der Erstellung der südostasien. Mitmachen kannst du durch redaktionelle Unterstützung, als Übersetzer*in und mit Artikelvorschlägen. Mehr Infos hier!
 
 
 
Nachrichten Rückblick - Allgemeines
"Poor Filipinos fear death from hunger more than coronavirus”
Seit dem 15. April stellt Präsident Rodrigo Duterte die Hauptstadt Metro Manila unter Quarantäne, die Ausweitung der Quarantänebestimmungen für die gesamte Insel Luzon folgten am 17. März, um den rasanten Anstieg neuer Corona-Infektionen einzudämmen. Seither ist die Bevölkerung angewiesen, ihre Häuser nur aus „wesentlichen Gründen“ zu verlassen, beispielsweise um Lebensmittel zu kaufen oder systemrelevanten Tätigkeiten nachzugehen. Für die Bewohner*innen ärmerer Communities, in denen die meisten Menschen keine Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen können, bedeutete der Lockdown weniger bis gar kein Einkommen. Der Präsident versicherte zwar, dass alle Bewohner*innen durch die Communities und Stadtverwaltungen Nahrungsmittel erhalten würden. Aber von den versprochenen Hilfen kommen kaum welche bei den Bewohner*innen an, und so sind sie auf Spenden von Kirchen, NGOs und Privatpersonen angewiesen. Am 1. April demonstrierten Bewohner*innen aus Sitio San Roque in Quezon City aufgrund ihres Hungers und forderten, dass ihnen der Staat helfe – 21 Personen wurden anschließend verhaftet, da sie gegen das Massenversammlungsverbot verstoßen hätten. Ähnlich sieht die Situation der Obdachlosen aus, ihre Gelegenheitsjobs sowie Kund*innen an ihren Verkaufsständen fallen ebenfalls aufgrund der Quarantäne weg, auch sie leiden Hunger und können sich kaum noch versorgen.
Die Eindämmung der Corona-Pandemie in den Philippinen ist unabdingbar. Das Einhalten von Quarantänebestimmungen ist für die Armen eine viel größere Herausforderung, leben sie doch in kleinen Wohnungen und überfüllten Vierteln, reisen in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln und kaufen an überfüllten Orten ein. Entweder arbeiten sie an überfüllten Orten oder müssen erleben, wie ihnen durch die Abschottung die finanzielle Lebensgrundlage vollkommen wegfällt. So sollte eigentlich das Leben von Bewohner*innen ärmerer Communities besonders in Krisenzeiten geschützt werden. Denn in Metro Manila trifft die COVID-19 Ausbreitung die einkommensschwächste Bevölkerung am härtesten und macht die ohnehin schon bestehenden Ungleichheiten beim Zugang zu Unterkunft, Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung noch deutlicher. Die Regierung Dutertes konzentriert sich offenbar mehr auf die Durchsetzung der Quarantäne, als deren Auswirkungen auf die Schwächsten der Bevölkerung zu mildern.
(deutsche Nachrichten in fett
 
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Die Folgen des COVID-19-Lockdowns und der Aufenthalt zu Hause sind für die Armen viel beengender als für die Reichen. Die Hälfte der Bevölkerung Metro Manilas lebt in Häusern mit einer Wohnfläche von weniger als drei Parkplätzen. Im Gegensatz dazu lebt jede*r einzelne Reiche auf einer Wohnfläche, die im Durchschnitt genauso groß oder größer ist als die gesamten Wohnungen der ärmsten Hälfte. Und wenn wir schon von Parkplätzen sprechen: Wussten Sie, dass ein Parkplatz mehr als ein*e Mindestlohnempfänger*in verdient? Die Parkgebühren in Metro Manila können 700 Pesos oder mehr pro Tag betragen, verglichen mit dem NCR-Mindestlohn von 537 Pesos. Graphik: IBON.
 
 
 
Politik
Präsident Rodrigo Duterte erklärte am 13 März, die Insel Luzon vom 17. März bis zum 12. April unter Quarantäne zu stellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Auch richtete er eine Coronavirus-Task Force der Regierung ein, die über aktuelle Entwicklungen berät und die Auswirkungen des Lockdowns untersucht. Die Abriegelung (sog. Lockdown) beinhaltete die Aussetzung des Transports, Schließung von Geschäften und Schulen – die Bevölkerung musste zuhause bleiben, was vielerorts zu Problemen führte. Menschen konnten ihrer Arbeit nicht nachgehen und ihr Einkommen blieb aus. Das Militär und die Polizei bewachten die Gemeindegrenzen, um die Ein- und Ausreise zu verhindern, und kontrollierten die Ausgangssperre. In anderen Provinzen und Inselgruppen stellten Gouverneure und Local Government Units den Transport ein und stellten einzelne Regionen, Städte und Gemeinden unter Quarantäne.
Dutertes präsidiale Machtbefugnisse wurden durch die Abstimmung des „Bayanihan to Heal as One Act“ Gesetzentwurfs vom Repräsentantenhaus und dem Senat am 24. März erweitert. Landesweit agiert der Präsident nun anhand erweiterter Notmaßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Für Furore sorgte der Präsident mit seiner Aussage, die Durchsetzung der Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus notfalls mit Waffengewalt durchzusetzen. Er stattete Polizei und Militär mit einem Schießbefehl aus, die Polizei relativierte Dutertes Aussage und beschwichtigte.
In einer Fernsehansprache am 6. April kündigte der Präsident an, dass die von der Regierung bereitgestellten Gelder (200 Milliarden Pesos) zur sozialen Unterstützung der Bevölkerung nicht ausreichen, um allen einkommensschwachen Familien während des Lockdowns zu helfen. Ebenso kündigte er an, die Quarantänemaßnahmen in Luzon bis Ende April womöglich zu verlängern. Der Gouverneur der Insel Negros verkündete ebenfalls, den Lockdown auf Negros ebenfalls bis zum 30. April zu verlängern.
Innenpolitik
 
Außenpolitik
 
 
 Student*innen in Manila verlangen Klimagerechtigkeit und protestiert gegen die Profitgier von Unternehmen. Der Philippinen Blickwechsel widmet sich dem Thema "Klimagerechtigkeit braucht Menschenrechte - Sechs Jahre Wiederaufbau nach Taifun Yolanda". Foto: FESIFFA
 
 
 
Menschenrechte und der "Anti-Drogen-Krieg"
Um die COVID-19-Ausbreitung in den überfüllten philippinischen Gefängnissen einzudämmen fordern philippinische und internationale Menschenrechtsorganisationen seit Mitte März die Freilassung von Inhaftierten, die wegen geringer, gewaltloser Vergehen oder aus politischen Gründen inhaftiert sind. Auch sollte über die Freilassung von älteren, kranken und schwangeren Häftlingen nachgedacht werden, da diese bei einem Krankheitsausbruch das größte Ansteckungsrisiko tragen. Die Gefängnisüberbelegung steigt seit Präsident Dutertes „Krieg gegen Drogen“ 2016 rasant an, auch tragen aktuelle Inhaftierungen tausender Menschen wegen Quarantäne- und Ausgangssperren-Verletzungen zu weiteren Überbelegungen bei. Eine soziale Distanzierung von Häftlingen ist bei Überbelegungsraten zwischen 310 – 534% nicht möglich, Insassen und Angestellte tragen ein hohes Ansteckungsrisiko, welches deren Leben bedroht. Es ist dabei die Pflicht der philippinischen Behörden, die Gesundheit der Gefangenen zu schützen und ihnen Zugang zu Gesundheitsdiensten, Rechtsbeistand und den Angehörigen zu gewähren. Die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, warnte im Zusammenhang mit einem COVID-19 Ausbruch in Haftanstalten vor weltweiten "katastrophalen Folgen", wenn die Gefängnispopulationen nicht gesenkt würden. Sie appellierte an die Regierungen, Menschen aus der Haft zu entlassen, die ohne ausreichende rechtliche Grundlage inhaftier sind (z.B. politische Gefangene) sowie die Freilassung gefährdeter Gefangener.
 
Menschenrechte
 
"Anti-Drogen-Krieg"
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