Liebe Freunde und Unterstützer*innen,
 
wir freuen uns sehr, dass Sie Interesse an unserer Arbeit und an unserem Newsletter haben. Und wir bedanken uns bei allen, die unsere ehrenamtliche und sehr engagierte Arbeit - neben Familie und Beruf - wertschätzen und anerkennen.
 
In den vergangenen 2 Wochen ist wieder sehr viel passiert, und es gibt vieles zu berichten. In unserem 2. Newsletter stellen wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammen.
 
Zuvor aber noch ein Zitat von Mahatma Gandhi, welches sehr nachdenklich macht:
 
"Die Größe einer Nation und ihre moralische Reife
lassen sich daran bemessen, wie sie ihre Tiere behandelt."
 
Und nun viel Freude beim Lesen unseres zweiten Newsletters:
 

Online-Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Tiertransporte am 14.06.20 war ein voller Erfolg!
 
 
 
Unter dem Motto »Stop Live Transport« (»Stoppt Lebendtransporte«) ruft Compassion in World Farming (CIWF) seit einigen Jahren am 14. Juni zum internationalen Aktionstag gegen Tiertransporte auf. An diesem Tag machen Tierschützer*innen in aller Welt gemeinsam auf die Leiden von Millionen Tieren auf Transporten aufmerksam.

Der 14. Juni erinnert dabei an eine große Tragödie: 2015 waren 13.000 Schafe an Bord eines Frachters auf den Weg von Rumänien nach Jordanien geschickt worden. Im Zielhafen stellte man fest, dass mehr als 5.000 Tiere bereits an Dehydration, Hunger und Erschöpfung verstorben waren und verweigerte die Einfuhr. Als das Schiff zwei Wochen später, am 14. Juni, schließlich in Somalia anlegte, waren alle 13.000 Schafe tot.

Auch die diesjährige Online-Aktion war wieder ein voller Erfolg. Vielen Dank an Sie alle, die mitgemacht haben! Hier eine kurze Zusammenfassung die Erfolgsmeldungen von CIWF:
 
  • Teilnehmer aus über 36 Ländern aus aller Welt - wahrhaft ein globales Ereignis für die Tiere!
  • Über 100 Organisationen, NGOs und Gruppen haben sich beteiligt
  • Mehr als 16.000 Menschen haben sich als "interessiert" und "going" (mitmachend) auf all den Facebook-Seiten zum Event bezeichnet
  • Mehr als 370.000 mal wurden die kombinierten Videos "Survivors" (Überlebende) und "Join the Fight" (Unterstützt den Kampf) angesehen
  • Mehr als 100.000 Tweets mit dem Hashtag #BanLiveExports wurden in 21 verschiedenen Sprachen abgesetzt
  • Über Twitter wurden mehr als 31 Millionen Menschen in aller Welt erreicht
  • #BanLiveExports war unter den Top 10 der aktuellsten Hashtags in drei Ländern: Italien, Frankreich und den Niederlanden
 
 
Unsere Mahnwachen am
Internationalen Tag gegen Tiertransporte
 
mensch fair tier hat nicht nur online protestiert, sondern auch "live" der vielen Tiere gedacht und Mahnwachen in Hannover, Sigmaringen, Potsdam und Luckenwalde abgehalten. Eindrücke und Fotos finden Sie hier -> Fotos

In Sigmaringen hielten wir eine Mahnwache vor dem Verwaltungsgericht ab, da aufgrund dessen Eilentscheids vom 09.12.2019 das Landratsamt Ravensburg einen Kälbertransport von 149 nicht abgestillten Kälbern am 10.12.2019 von Bad Waldsee nach Spanien genehmigen musste (Beschluss 4K6107/19). Anlass des Eilentscheides war, dass die Veterinärbehörde des Landratsamtes Ravensburg die Transport-genehmigung mit der Begründung abgelehnt hatte, dass eine art- und altersgerechte Versorgung der Kälber während des Transportes nicht möglich sei.

Unverständlicherweise hat sich das Gericht in Sigmaringen nicht die Mühe gemacht, die Bedeutung der Verordnung (EU) Nr. 1/2005 eindeutig zu ermitteln und entsprechend auszulegen.

Die Organisation Animal Welfare Foundation (AWF) hat seit 2015 mehrfach dokumentiert, dass die gesetzlich verlangte Versorgung bei Kälbertransporten nicht durchgeführt wird. Landwirtschaftsminister Peter Hauk räumt in einem Schreiben (vom 4. 3. 2020) an uns ein: „Die von lhnen angesprochene Problematik im Zusammenhang mit langen Beförderungen nicht abgesetzter Kälber ist uns durchaus bewusst. Es ist uns auch bekannt, dass die derzeit vorhandenen Tränkeinrichtungen auf Transportfahrzeugen keine angemessene und verhaltensgerechte Versorgung von Saugkälbern mit Tränke beziehungsweise Futter in Form von Milch oder Milchaustauscher auf den Fahrzeugen ermöglichen.“
 

Entscheidung über den "Kastenstand" im Bundesrat (05.06.20) wurde vertagt
 
tagesschau.de:
 
Ein Kompromissvorschlag sieht vor, dass Sauen nur noch deutlich kürzer als bislang in den Kastenständen gehalten werden dürfen. Die Stände selbst sollen größer sein, damit die Tiere "nicht mehr an bauliche Hindernisse stoßen", wenn sie beim Liegen ihre Beine ausstrecken. Auch die Übergangsfrist für Landwirte sollte deutlich kürzer sein als ursprünglich vorgesehen. Offenbar aber ging dieser Kompromiss einigen Ländern mit grüner Regierungsbeteiligung nicht weit genug.
 
In einer weiteren Stellungnahme zur Tierschutzwidrigkeit der Haltung von Sauen in Kastenständen hat die DJGT klare Feststellungen und Forderungen niedergeschrieben und diese - flankiert von einer Pressemitteilung - allen relevanten Ministerien, Behörden und Medien gesendet:

1. Die Haltung von Sauen in Kastenständen ist rechtswidrig und verfassungswidrig.

2. Dies gilt auch für Kastenstände, in denen Sauen ihre Gliedmaßen ausstrecken können.

3. Es ist darauf hinzuwirken, dass die Kastenstandhaltung durch Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung oder des Tierschutzgesetzes vollständig verboten wird.

4. Zugleich ist – bis zu der genannten Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung – die aktuell geltende Rechtslage hinsichtlich der Vorgabe, dass eine Sau im Kastenstand ihre Gliedmaßen ausstrecken können muss, ohne Übergangsfrist per für sofort vollziehbar erklärten Einzelanordnungen gegenüber den sauenhaltenden Betrieben durchzusetzen.

5. Bleiben die zuständigen amtlichen Tierärzte untätig, sind diese durch Ministerialerlass zum Erlass entsprechender Anordnungen anzuweisen.

6. Bauliche Änderungen und Investitionen der Sauenhalter sind für die Einhaltung der geltenden Rechtslage nicht erforderlich.

7. Die geforderte Rechtssicherheit wird es nur mit der vollständigen Abschaffung von Kastenständen geben.

8. Sogenannte Kompromisse sind zu verhindern. Sie legalisieren die rechtswidrige Praxis nicht, da sie ebenfalls rechtswidrig und verfassungswidrig sind.

9. Regelungen zur Verkürzung der zulässigen Fixationsdauer von Sauen in Kastenständen sind weder ein Kompromiss noch ein Fortschritt im Tierschutz, denn sie sind nicht kontrollierbar und es ist davon auszugehen, dass diese Regelungen nicht eingehalten werden.
 
 
 
657 (!) neue Corona-Infektionen bei Tönnies
 
 
tagesschau.de:
 
Nach 657 neuen Corona-Infektionen bei Tönnies wird die Schlachtung in Rheda-Wiedenbrück gestoppt. Insgesamt liegen jetzt fast 1.000 Testergebnisse vor. Der Kreis Gütersloh hat die Schließung des Betriebs am Mittwochnachmittag (17.06.2020) wegen hunderter neuer Corona-Fälle angeordnet.
 
Ethikrat fordert stärkere Achtung
des Tierwohls in der Nutztierhaltung
 
Was für ein Erfolg!
 
... vielleicht hat unser offene Brief vom 13.05.20 (zu finden auf unserer HP unter "aktuelles") auch ein wenig mit dazu beigetragen...?
 
 
 

Report Mainz (ARD) berichtet über Stallbrände
 
 
 
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit verbrennen jedes Jahr Zehntausende Tiere qualvoll in Ihren Ställen. Im Jahr 2019 waren es über 135.000 Tiere (gezählt aus Meldungen, die uns erreichten)! Schlechter Brandschutz und fehlerhafte Elektroanlagen gehören zu den häufigsten Ursachen.
 
Auf unsere Bitte und Anregung hin, berichtete Report Mainz am 16.06.20 darüber
 
 

  Gefährliche Massentierhaltung:
Warum der vielfache Einsatz von Antibiotika Killerkeime heranzüchtet.
 
defacto (HR) berichtet:
 
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, was Viren anrichten können. Aber es sind nicht nur Viren, die dem Menschen zu schaffen machen. Denn weltweit nimmt auch die Zahl der Killerkeime zu. Bakterien, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt. 33.000 Todesfälle gibt es jedes Jahr in Europa. Einer der Hauptgründe für die drastische Zunahme der Antibiotikaresistenzen bei Menschen ist der massenhafte Einsatz des Medikaments bei der Behandlung von Tieren. Experten zufolge werden in der Nutztierhaltung deutlich mehr Antibiotika pro Jahr eingesetzt, als in der Humanmedizin. In den Tieren entwickeln sich Bakterien mit Antibiotikaresistenzen, die wir mitessen. Und das Problem wird immer größer, denn zunehmend werden auch sogenannte Reserveantibiotika bei Nutztieren eingesetzt. Dabei sind die eigentlich die letzte Hoffnung von Menschen, bei denen nichts anderes mehr hilft.
 

Bundesrat stimmt Antrag
auf Weideschlachtung zu
 
Einem Antrag aus Bayern auf Erweiterung der tierschutzgerechten Weideschlachtung wurde am 05.06.2020 im Bundesrat mehrheitlich zugestimmt.
 
Die Ausnahmevorschrift soll neben ganzjährig im Freien gehaltenen Rindern auch auf im Freiland gehaltene Schweine ausgeweitet werden. Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich auch auf EU-Ebene für eine tierschutzgerechte Weideschlachtung einzusetzen. Die Tiere werden in vertrauter Umgebung betäubt, entblutet/getötet und im Haltungsbetrieb geschlachtet.
 
Es entfällt damit der Transport der lebenden Tiere zum Schlachthof, es entfallen Angst, Stress und Leiden.
 
 
 "Tiere nutzen - ein kritisches Wörterbuch"
von Animals' Angels

 
 
Diese neue und sehr lesenswerte Publikation von Animals' Angels möchten wir Ihnen gern empfehlen! Sie ist für EUR 9,90 im Onlineshop von AA erhältlich.
 
 
 
Wir hoffen, es war etwas Ansprechendes und Neues für Sie dabei. Weitere umfangreiche Informationen über die Themen Tiertransporte, Massentierhaltung und Systemwechsel bietet unsere Homepage.
 
 
Wir freuen uns schon, Ihnen den nächsten Newsletter präsentieren zu dürfen, er erscheint in ca. 2 Wochen.
 
Bleiben Sie gesund und nicht vergessen:
 
Man sollte nie dem Glauben verfallen, eine kleine Gruppe ideenreicher,
engagierter Menschen könnte die Welt nicht verändern.
Tatsächlich wurde sie nie durch etwas anderes geändert.
(Margaret Mead)
 
 
mensch fair tier e.V.
Stühleweg 1
79585 Steinen
Facebook
Twitter
Google+
LinkedIn
Instagram
YouTube
 
 
Diese E-Mail wurde an versandt.
Sie haben diese E-Mail erhalten, weil Sie sich auf mensch fair tier e.V. angemeldet haben.
 
 
Sendinblue
 
 
© 2020 mensch fair tier e.V.